Wiedervernetzung

Splett fordert Tierquerungshilfe bei Amstetten

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Mehrere Wildtierkorridore von internationaler Bedeutung werden im Umfeld von Amstetten sowohl nördlich als auch südlich von der B 10 und der Bahnstrecke Geislingen – Ulm sowie im weiteren Verlauf von der A 8 durchschnitten. Darauf wies Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) am 15. Juni 2015 bei einem Vor-Ort-Termin hin. Splett weiter: „Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen bereits heute auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Diesem negativen Trend müssen wir entgegenwirken, indem wir für eine bessere Vernetzung ihrer Lebensräume sorgen. Notwendig ist dazu die Schaffung einer ‚grünen Infrastruktur‘, die es Wildtieren ermöglicht, auch stark befahrene Verkehrswege zu queren“.

Südlich von Amstetten liegt einer der zwölf im Bundesprogramm Wiedervernetzung enthaltenen prioritären Wiedervernetzungsabschnitte. Mit einem Verkehrsaufkommen von ca. 12.700 Fahrzeugen pro Tag ist die B 10 bei Amstetten für viele Tierarten hier kaum zu überwinden. Durch Wildunfälle werden zudem auch die AutofahrerInnen gefährdet.

Aktuell liegt allerdings noch keine Planung für eine Tierquerungshilfe in diesem Bereich vor. Denkbar ist aber, dass eine Wiedervernetzungsmaßnahme im Zuge der vom Land für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldeten Ortsumfahrung Amstetten realisiert werden kann. Die für die Anmeldung der Ortsumfahrung Amstetten zum Bundesverkehrswegeplan entwickelte Planungsskizze sieht südlich von Amstetten im Bereich der Bahntrasse ein ca. 160 Meter langes Brückenbauwerk vor. Dieses Bauwerk könnte zukünftig auch Wildtieren als Unterführung unter der zukünftigen Ortsumfahrung dienen. Ob eine solche Brücke für eine Wiedervernetzung der bisher durchschnittenen Lebensräume ausreicht, bedarf jedoch weiterer Untersuchungen. 

Während bei anderen Wiedervernetzungsabschnitten des Bundesprogramms die Planungen zum Teil schon weiter vorangeschritten sind, stellt sich die Situation bei Amstetten als relativ schwierig dar. „Trotzdem ist es wichtig, auch hier planerische Überlegungen voranzutreiben und die Kompetenz der berührten Akteure zu nutzen“, betonte Gisela Splett. Neben der Straßenbauverwaltung sind die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt, die Naturschutzbehörden und -verbände, die Forstverwaltung, die Jägerschaft, aber auch Gemeinden, die Flurbereinigungsbehörden und die Landwirtschaft in Wiedervernetzungsprojekten aktiv. Splett betonte deshalb: „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften die ‚grüne Infrastruktur‘ so gestalten können, dass die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg langfristig erhalten bleibt.“ 

Hintergrundinformationen:

Seit 1975 hat sich das Verkehrsaufkommen in Deutschland vervierfacht. Im selben Zeitraum hat sich auch die Zahl der Wildunfälle verfünffacht. Ein deutliches Zeichen, dass Wildtiere immer mehr Barrieren überwinden müssen, um Nahrung oder Partner zu finden. In unserer dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft ist es für Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von Siedlungen und von stark befahrenen Straßen. All dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten bei.
Um den Naturschutz voranzutreiben und den Auswirkungen der sogenannten „grauen“ Infrastruktur, d.h. Siedlungs- und Verkehrsflächen, entgegenzuwirken, arbeitet das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur an einem landesweiten Wiedervernetzungskonzept. Ziel ist, Lebensräume von Wildtieren und Pflanzen an bestehenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bestmöglich miteinander zu vernetzen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der im „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ vorgesehene Bau von Grünbrücken und anderen Tierquerungshilfen an Autobahnen und Bundesstraßen.
Ziel des Bundesprogramms Wiedervernetzung ist es, die bisher durch das überörtliche Straßennetz zerschnittenen Lebensräume wieder miteinander zu verbinden. Um das Bundesprogramm umzusetzen, sind sowohl nördlich als auch südlich von Amstetten Wiedervernetzungsmaßnahmen an der B 10 notwendig. Südlich von Amstetten kann dies u.U. im Zuge der vom Land für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldeten Ortsumfahrung Amstetten bewerkstelligt werden. 

Weitere Meldungen

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm