Verkehr

Splett nimmt Fluchtstollen am Wattkopftunnel in Betrieb

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„Wir sehen es als unsere Aufgabe an, vermeidbare Gefahren durch den Straßenverkehr auf das Möglichste zu reduzieren. Dazu gehört auch, die sicherheitsrelevanten Ausstattungen von Tunnelbauwerken nach dem neuesten technischen Standard zu prüfen und gegebenenfalls nachzurüsten“, sagte Gisela Splett, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, bei der feierlichen Inbetriebnahme des Fluchtstollens am Wattkopftunnel.

Mit der Einführung der aktualisierten Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) wurden die Anforderungen an die sicherheitsrelevanten Ausstattungen von Tunnelbauwerken zum Teil erheblich erhöht. Der Grund für eine Aktualisierung der Richtlinien waren u. a. die Erkenntnisse der schweren Tunnelunglücke in den Alpenländern in den vergangenen Jahren. Daraufhin wurden sämtliche Straßentunnelbauwerke in Deutschland nach dem aktuellen Sicherheitsstandard überprüft.

Bei dem 1.950 m langen, einröhrigen Wattkopftunnel, der nach den damals geltenden Richtlinien vom 04. Dezember 1988 bis zum 06. Dezember 1994 gebaut wurde, erkannte die Straßenbauverwaltung den Bedarf, u. a. Notausgänge sowie Flucht- und Rettungswege nachzurüsten. Das Land Baden-Württemberg investierte insgesamt rund 28 Millionen Euro in den Bau eines parallel zum Wattkopftunnel verlaufenden Fluchtstollens sowie die richtlinienkonforme Modernisierung der Be-triebstechnik im Wattkopftunnel selbst. Die Bauzeit erstreckte sich von November 2008 bis zum heutigen Tag. Der 1.550 m lange, befahrbare Fluchtstollen läuft im parallelen Abstand von 25 m zum Straßentunnel und verbindet ihn mit insgesamt 6 Querschlägen im Abstand von rund 270 m. Zur Belüftung des Rettungsstollens und zur Vermeidung, dass Rauchgase im Unglückfall in die Notausgänge eindringen können, wurden drei Strahlventilatoren in einem außenliegenden Lüftergebäude installiert. Für die Überwachung des Fluchtstollens sind im Abstand von ca. 80 m Videokamaras an der Decke angebracht. Zur Kommunikation im Rettungsstollen wurden 37 Lautsprecher verbaut. Sämtliche sicherheitstechnischen Einrichtungen werden automatisch bei Öffnung einer Fluchttür oder eines Brandalarms aktiviert. Die Videobilder werden direkt an das Polizeipräsidium übertragen, von wo aus auch Lautsprecherdurchsagen gemacht werden können.

Zur Herstellung des 3,10 m hohen und 2,80 m breiten Fluchtstollens musste rund 36.000 m³ Fels- und Erdmaterial ausgebrochen werden, ca. 2/3 davon im Sprengvortrieb. Des Weiteren wurden rund 31.000 m² Spritzbetonsicherung aufgebracht, 22.000 m² Dichtungsbahn verlegt, 6.000 m³ Beton eingebracht und 800 t Stahl verbaut.

Damit erhält der Wattkopftunnel eine umfassende sicherheitstechnische Aufwertung nach dem neuesten Stand der Technik und des Regelwerks.

Für den Regierungsbezirk Karlsruhe ist und bleibt diese sicherheitsrelevante Nachrüstung von Tunnelbauwerken kein Einzelfall. Derzeit werden in Baden-Baden an der B 500 die Arbeiten am Michaelstunnel ausgeführt. Noch in diesem Jahr beginnen die Nachrüstarbeiten im Tunnel Gernsbach im Zuge der B 462, im Tunnel Grötzingen an der B 10 und im Meisterntunnel an der L 351 bei Bad Wildbad.

Die Staatsekretärin dankte allen, die diese Baumaßnahme begleitet haben, darunter auch der Tunnelpatin Frau Rosemarie Vetter. Sie hatte zum zweiten Mal das wichtige Amt der irdischen Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Mineure übernommen. Frau Vetter hatte bereits die Baumaßnahme des Wattkopftunnels begleitet.

Quelle:

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

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