Elektromobilität

Verkehrsminister Winfried Hermann und Staatssekretärin Gisela Splett stellen neue Elektrofahrräder des Ministeriums vor

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Elektromobilität als Baustein einer neuen Fortbewegungsphilosphie

Verkehrsminister Winfried Hermann hat am Dienstag, 6. September im Ministerium je zwei neue Elektrofahrräder (Pedelecs) der Marke VSF Fahrradmanufaktur mit BOSCH Antrieb und der Marke BikeTec, Modell „Flyer“, mit Panasonic Antrieb entge-gen genommen. Damit folgt das Verkehrsressort der Zusage im Koalitionsvertrag, Vorbild bei nachhaltiger Mobilität zu sein. Ab heute stehen die Räder neben dem Elektroauto des Ministeriums als Beispiele für neue Mobilitätsformen und sollen von den Mitarbeitern zukünftig für ihre Dienstfahrten genutzt werden.

Hintergrundinformationen zu Pedelecs

Zwei Arten von Pedelecs:
Einfache Pedelecs nutzen einen Elektroantrieb und sind eine Art Elektromofa, das auch ohne Treten selbständig fährt. Besser sind allerdings Pedelcs mit Drehmomentsteuerung, da sie hauptsächlich mit Muskelkraft angetrieben werden und dadurch nur ca. ein Zehntel elektrische Energie verbrauchen. Sie haben deshalb auch in der Regel eine größere Reichweite. Drehmomentgeregelte (= Tretkraft geregelte) Pedelecs werden wie ein Fahrrad bedient: Bei stärkerem Treten erhält man mehr Kraft durch die bei Bedarf vorwählbare E-Unterstützung. Hinzu kommt, dass der sportliche Charakter des Fahrrads erhalten bleibt.

Reichweite: „Mit 50 Euro um die Welt“
Die Reichweite mit einer Akkuladung betrage bei den am Markt führenden Modellen (seit 2011) bis zu 70 km, bei sparsamem Betrieb bis zu 140 km, meinte Christoph Joachim, Geschäftsführer von TransVelo. „Mit 50 Euro kommt man also um die Welt“, so Joachim, „denn man braucht nur circa 50 € für 50.000 km“ (Beispiel: Modell „Flyer“). Das heißt auch, dass man kaum Ladestationen im öffentlichen Raum benö-tigt. Das Nachladen erfolgt durch einfachen Anschluss der kleinen Ladestation an eine gewöhnliche Steckdose. Die Zeit für das volle Aufladen liege zwischen 2,5 und 5 Stunden meinte Joachim. Allerdings gäbe es auch die Möglichkeit zwischendurch kurze Zeit zu laden. Dieses Zwischenladen erhöhe sogar die Lebensdauer der Ak-kus.

Akkus:
Die Akkulebensdauer reicht für ca. 15.000 – 20.000 km oder für ca. 500 – 700 Ladun-gen, je nach Fabrikat. Bei Erneuerung entstehen Kosten von ca. 500 – 800 €. Auch für die stärkere Selbstentladung bei Kälte gibt es eine einfache Lösung: Der Akku kann beispielsweise im Winter mit wenigen Handgriffen entfernt werden.

Schnelle Pedelecs:
Es werden gedrosselte (Unterstützung bis 25 km/h) und ungedrosselte Pedelecs (Unterstützung bis max. 45 km/h) angeboten. Einige Modelle nutzen bei Talfahrten die Bremsenergie, um die Akkus zu einem kleinen Teil wieder aufzuladen. Zur Führung von ungedrosselten Modellen benötigt man eine Mofaprüfbescheinigung oder einen Führerschein. Die Modelle benötigen eine Zulassung (vom Werk bereits erfolgt). Außerdem besteht Versicherungspflicht (Mofakennzeichen, ca. 60 € /a).

Hintergrundinformation Umweltverbund
Das Land will langfristig Mittel zugunsten des sogenannten Umweltverbundes (ÖPNV, Radverkehr, Fußgängerverkehr) umschichten. Wenn das Auto als einer unter verschiedenen Mobilitätsträgern gesehen wird, hat das unter anderem auch Konsequenzen für Städteplanung und Ausgabenaufteilung. Bei den Mitteln, die den Gemeinden für kommunale Projekte zur Verfügung gestellt werden, soll diese Umschichtung schon im nächsten Haushalt sichtbar werden. Bei den Mitteln in Höhe von 165 Millionen Euro, die den Kommunen und Verkehrsunternehmen für Verkehrsprojekte aus dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz zur Verfügung gestellt werden, wird angestrebt statt 40 % zukünftig 60 % für den Umweltverbund zu reservieren.

Stichworte und Zahlen zum Autoverkehr in Deutschland

  • In der Bundesrepublik werden circa 584 Milliarden km jährlich mit dem PKW gefahren
  • Der durchschnittliche CO2-Ausstoss pro km liegt bei 165 g
  • Die durchschnittliche Fahrtenlänge im Nahverkehr beträgt 11 km
  • Die durchschnittlich beförderte Anzahl an Personen: 1,3   

 

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