SCHIENE

Versuchsweise Regionalbahnangebot zwischen Osterburken und Lauda

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Verkehrsministerium gibt grünes Licht für befristeten Probebetrieb – Landkreise beteiligen sich an der Finanzierung

Auf einem Teil der Frankenbahn im Norden von Baden-Württemberg soll das Angebot im Schienenverkehr verbessert werden. Bei einem Treffen mit den Landräten des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises im Stuttgarter Verkehrsministerium hat man sich für die Strecke zwischen Osterburken und Lauda auf einen zeitlich befristeten Ausbau des Angebots unter finanzieller Beteiligung der Landkreise geeinigt. In einem Pilotprojekt sollen in diesem Abschnitt Regionalbahnen aus Würzburg an Wochentagen – sofern dies fahrplantechnisch möglich ist – von Lauda bis Osterburken verlängert werden. Die konkreten Fahrlagen müssen noch geprüft werden. So würden umstiegsfreie Verbindungen auf der Schiene Rosenberg (Baden), Eubigheim, Boxberg-Wölchingen und Königshofen (Baden) in die Universitätsstadt Würzburg entstehen. Pendlerinnen, Pendler und Studierende hätten so eine attraktive Verbindung. An Wochenenden ist von den Landkreisen ein Busangebot vorgesehen. 

Pilotprojekt soll Nachfragestrukturen klären

Der Amtschef des Ministeriums, Prof. Uwe Lahl sagte: „Die Forderungen aus der Region nach einer besseren Anbindung im Schienenverkehr greifen wir gerne auf. Eine Ausweitung des Angebots ist aufgrund der Nachfragestrukturen allerdings nur unter finanzieller Beteiligung der kommunalen Seite möglich. Ob ein solches Angebot ausreichend genutzt wird, soll nun mit dem Pilotprojekt untersucht werden.“

Der Landrat des Main-Tauber-Kreises, Reinhard Frank, erklärte: „Lange Zeit haben wir uns für eine Verbesserung auf diesem Streckenabschnitt eingesetzt. Ich bin sehr froh, dass wir diese Einigung erzielen konnten und das Angebot nun erproben können. Dort wo ein attraktives Angebot vorhanden ist, wird auch eine Nachfrage entstehen, zumal viele Menschen lange darauf gewartet haben. Der Main-Tauber-Kreis wird selbstverständlich alles tun, was möglich ist, um dieses Projekt zum Erfolg werden zu lassen. Wir werden nun unseren Kreistag um Zustimmung zu dem Probebetrieb und dem notwendigen Finanzierungsanteil des Landkreises bitten.“

Für den Neckar-Odenwald-Kreis sagte Landrat Achim Brötel: „Der Knoten ist durchschlagen. Jetzt kommt endlich auch auf die Frankenbahn deutlich mehr Zug. Was lange Zeit als nahezu unlösbar erschien, wird also doch noch gut. Der enge Schulterschluss zwischen dem Main-Tauber-Kreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis, sowie allen an der Strecke liegenden Städten und Gemeinden, aber auch ein ausgesprochen konstruktiver und lösungsorientierter Dialog mit dem Verkehrsministerium haben zum Durchbruch geführt. Unter dem Strich ist dabei ein fairer Kompromiss herausgekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Der Ball liegt jetzt eindeutig bei uns in der Region. Wir müssen nämlich durch eine entsprechende Nutzung auch dafür Sorge tragen, dass aus der Probelösung eine dauerhafte wird.“

Basiskonzept mit bisher eingesetzten Fahrzeugen

Zu Beginn soll mit den bisher eingesetzten Fahrzeugen von montags bis freitags ein Basiskonzept erarbeitet werden. Wegen der Sperrung des Tunnels Wittighausen von Januar 2019 an, soll das verdichtete Angebot erst im Dezember 2019 starten. Gleichzeitig mit Einführung des stündlichen IRE Stuttgart – Würzburg und der Angebotsausweitungen im Taubertal soll zwischen Osterburken und Lauda dann ein annähernder Stundentakt ausprobiert werden. Am Wochenende sollen Busse eingesetzt werden zwischen Osterburken und Lauda. Die Landkreise haben sich bereit erklärt, die Kosten hierfür zu übernehmen. Der Probebetrieb wird auf drei Jahren angelegt. In dieser Zeit werden sowohl die Fahrgäste gezählt, als auch das Angebot insgesamt ausgewertet. Sollte die erforderliche Mindestnachfrage erreicht werden, so ist eine Fortführung des Angebots dauerhaft möglich. Für den Fall, dass mehr als 500 Fahrgäste im Linienschnitt täglich unterwegs sind, wird das Land künftig die Kosten übernehmen. Wenn die Zielsetzung nicht erreicht wird, wird das Angebot eingestellt und die Kreise werden ein alternatives Buskonzept entwickeln. Für das Pilotprojekt werden die Details nun auf Arbeitsebene entwickelt.

Weitere Meldungen

Ein Mann mit Cap und eine Frau stehen vor einem Auto mit der Aufschrift DEINE MUTTER und haben schwarze T-Shirts an mit gelber Schrift "Deine Mutter..."
Team Vision Zero

Ein bekanntes Muster: Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Zwei Radfahrerinnen fahren auf dem Fahrradstreifen einer Straße.
Rad- und Fußwege

Kommunen planen mehr Rad- und Fußwege für Baden-Württemberg

Der Blick aus dem Inneren eines Tunnels auf das Tunnelende.
Straße

Tunnel Albstadt-Laufen: Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Handybildschirm mit dem CiCoBW-Ticket
bwegt

Nie mehr als 72 Euro: Land und Verbünde führen Preisobergrenze bei CiCoBW ein

Mehrere Radfahrer:innen fahren auf einem breiten Fahrradweg aneinander vorbei.
STADTRADELN

Baden-Württemberg startet mit Schwung ins STADTRADELN 2026

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Straßeninfrastruktur

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
bwegt-Wanderweg

Eröffnung: 14. bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg

Eine Person fährt mit einem Fahrrad über einen Weg mit einem großen Fahrradsymbol.
Radwege

Diese Radwege werden ab 2026 gebaut

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schiene

Starker Bahnknoten Stuttgart: Grundlage für den Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Schild warnt vor Straßenschäden.
Straße

500 Millionen Euro für Straßen-Erhalt im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Landesmobilitätsgesetz

Bilanz nach einem Jahr Landesmobilitätsgesetz

Älteres Ehepaar geht Gehweg entlang
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben