Schiene

Weitere Option für Schienenverbindung nach Calw möglich

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Schienen mit einer Weiche (Bild: Fotolia.com/ Finkenherd)

Untersuchung über eine S-Bahn-Verlängerung nach Calw kommt zu positivem Ergebnis – nun soll auch Express-S-Bahn untersucht werden

Für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Stuttgart nach Calw ist eine weitere Option im Gespräch. Die Verwaltungsspitzen der Landkreise Calw und Böblingen sowie des Verbands Region Stuttgart haben sich gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der S-Bahn-Linie 6 von Weil der Stadt nach Calw erläutern lassen. Im Auftrag der drei Gebietskörperschaften hat das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) diese Studie erstellt. Mit ihr sollte ermittelt werden, ob nach der laufenden Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke mit Dieselzügen im zweiten Schritt auch mit einer Verlängerung der S-Bahn ein volkswirtschaftlich positives Nutzen-Kosten-Verhältnis erzielt werden kann. Dies wäre die Voraussetzung, damit staatliche Fördermittel für den Ausbau der Strecke gewährt werden. Unabhängig davon waren sich die Beteiligten einig, dass die Arbeiten zu Reaktivierung der Hesse-Bahn weiterlaufen sollten.

Zugleich haben sich in den vergangenen Monaten neue Entwicklungen ergeben, die den betreffenden Landkreisen nun erstmals vorgestellt wurden. Im Rahmen des Gesamtpakets zum Ausbau der S-Bahn und der Einführung des elektronisches Zugsicherungssystems ETCS hat der Verband Region Stuttgart mit Unterstützung des Landes beschlossen, in den kommenden Jahren eine zusätzliche Verstärkerlinie in der Hauptverkehrszeit auf der Linie S 6 einzuführen.

Auf Wunsch des Landes, das dafür die Finanzmittel bereitstellt, soll diese Verstärkerlinie als beschleunigte Expresslinie ausgestaltet werden. Damit bestünde die Möglichkeit, diese Express-S-Bahn über Weil der Stadt hinaus bis nach Calw zu verlängern.

Minister Hermann sagte: „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass mit einer durchgängigen S-Bahn-Verbindung von Calw nach Stuttgart nochmals erheblich mehr Fahrgäste für die Hermann-Hesse-Bahn gewonnen werden können. Das ist ein wichtiges Ergebnis. Mit einer Expressverbindung könnte das noch deutlicher ausfallen. Daher wollen wir diese Möglichkeit nun ebenfalls untersuchen lassen.“

Der Calwer Landrat Helmut Riegger erklärte: „Ich freue mich, dass im Rahmen des Termins von allen Beteiligten die weitere Gültigkeit des Stufenkonzepts zur Umsetzung der Hermann-Hesse-Bahn bestätigt wurde. Wenn sich in einem nächsten Schritt Verbesserungen für die Fahrgäste aus Calw nach Stuttgart ergeben, stehen wir dem aufgeschlossen gegenüber und werden die Machbarkeit untersuchen.“


Die Untersuchung des VWI zeigt auf, dass unter den Bedingungen der aktuellen Planungen des Stuttgarter S-Bahn-Netzes eine Verlängerung bis Calw ein positives Ergebnis erzielt und somit in einer zweiten Stufe die S-Bahn nach Calw realisiert werden könnte. Der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp sieht nach dem positiven Ergebnis der Untersuchung die große Chance, dass Calw und damit der Nordschwarzwald in das S-Bahnnetz eingebunden werden kann und damit eine direkte Verbindung bis Feuerbach Realität werden könnte.

Der Böblinger Landrat Roland Bernhard sagte: „Der Landkreis Böblingen begrüßt das Gutachten zur S-Bahn-Verlängerung und die Überlegungen zur Expresslinie. Beides bietet die Chance sowohl die Belange des Landkreises Calw zur Schienenverbindung in den Raum Stuttgart als auch die Interessen der Anwohner in Weil der Stadt und Renningen zu berücksichtigen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Befriedung der Diskussion vor Ort. Für den Landkreis bleibt von hohem Interesse, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen.“

Alle Beteiligten werteten die Möglichkeit, die Fahrzeit aus Calw und Weil der Stadt/Renningen nach Stuttgart zu verkürzen, als sehr interessante weitere Option. Diese Variante soll nun in einem ergänzenden Schritt durch das VWI untersucht werden.

Minister Hermann stellte in Aussicht, dass sich im Fall einer durchgehenden Expresslinie nach Calw das Land auch an den laufenden Betriebskosten über Weil der Stadt hinaus beteiligen könne.

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