BVWP

Land sieht Nachbesserungsbedarf beim Bundesverkehrswegeplan

Berechne Lesezeit
  • Teilen

"Wir begrüßen die notwendige Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans mit dem geplanten Hochlauf der Verkehrsinvestitionen und unterstützen den Bund dabei nach Kräften. Wir dürfen aber auch nicht aus dem Blick verlieren, dass es noch einigen Nachbesserungsbedarf gibt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Hinblick auf die Stellungnahme des Landes zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 vom Mai, über die der Verkehrsminister das Kabinett am Dienstag, 7. Juni 2016, in Stuttgart informierte. Verkehrsminister Winfried Hermann ergänzte: „Der BVWP muss sich in eine langfristige Mobilitätsstrategie einfügen. Besonders beim Umfang der Schieneninvestitionen und bei einzelnen wichtigen Straßenverkehrsachsen gibt es daher noch einiges zu tun.“ 

Verkehrsträgerübergreifendes Mobilitätskonzept

In seinem Ende März 2016 vorgelegten Entwurf des BVWP 2030 hatte der Bund einen Großteil der vom Land angemeldeten Projekte, insbesondere in den Bereichen Straße und Wasserstraße, mit hoher Dringlichkeit eingestuft. „Das hat uns sehr gefreut“, so Kretschmann. Auch die grundsätzliche Schwerpunktsetzung auf verkehrliche Hauptachsen und auf die Erhaltung der Infrastruktur sehe er positiv. „Wir möchten eine umwelt- und klimaverträgliche Mobilität. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es ist wichtig, die Weichen schon jetzt in die richtige Richtung zu stellen“, so der Ministerpräsident. „Wenn wir die Pariser Klimaschutzziele ernst nehmen, muss sich der BVWP in ein verkehrsträgerübergreifendes Mobilitätskonzept einfügen. Dazu müssen auch für den Güterverkehr Umladestationen von der Straße auf die Schiene oder Wasserstraße systematisch gefördert werden“, betonte Minister Hermann. Daher setze sich das Land für deutlich mehr Investitionen im Schienenbereich und für kombinierte Verkehrsanlagen ein.

Finanzierung und Realisierung

Auch die Finanzierung und Realisierung der geplanten Investitionen stelle aus Sicht des Landes eine große Herausforderung dar. Der Bund sehe für die Umsetzung des BVWP eine Erhöhung der Bundesmittel, eine Ausweitung der Nutzerfinanzierung sowie die Kofinanzierung durch EU-Mittel und ÖPP-Projekte vor. Frühere Erfahrungen zeigten jedoch, dass es großer Anstrengungen bedarf, um das gegenüber der Vergangenheit deutlich angehobene geplante Investitionsvolumen in der Laufzeit des BVWP 2030 zu realisieren. Im Straßenbau bedeute der Plan in etwa eine Verdopplung der Investitionen. „Dafür brauchen wir neben Planungsmittel auch genügend Personal in der Straßenbauverwaltung“, sagte der Verkehrsminister. 
Zentrale Projekte der StellungnahmeBedauerlich sei es aus Sicht des Landes unter anderem, dass ausgerechnet einige sehr hoch belastete Autobahnabschnitte, insbesondere die A 5 zwischen Freiburg-Mitte und Teningen und die A 6 zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und der Landesgrenze zu Bayern, in der Dringlichkeit abgestuft wurden. 

Beim Schienenverkehr stelle der vorgelegte BVWP-Entwurf einen Zwischenstand dar. Viele Projekte wurden noch nicht bewertet und damit noch nicht einer Bedarfskategorie zugeordnet. Sie wurden lediglich als „Potentieller Bedarf“ aufgenommen. „Hier werden wir vor allem für den Ausbau der Strecke Stuttgart – Zürich („Gäubahn“) sowie für die Aufnahme weiterer Schienenverbindungen zwischen den Oberzentren des Landes kämpfen“, so Hermann. Weiterhin haben insbesondere die Strecken Basel – Lindau und weiter Richtung München (Hochrhein- und Bodenseegürtelbahn) und der Korridor Stuttgart – Nürnberg (Murr- und Remsbahn) überregionale Bedeutung und seien daher aus Sicht des Landes in den BVWP aufzunehmen. 

Durch die Aufnahme der Neckarschleusenverlängerungen von Mannheim bis Plochingen in den Vordringlichen Bedarf, werde nun die zwischen Bund und Land geschlossene Verwaltungsvereinbarung erfüllt. „Der Bund muss jetzt zügig und mit Nachdruck an der Verlängerung und damit der dauerhaften Sicherung der Schleusen arbeiten“, betonte Hermann. 

Weitere Informationen:

BundesverkehrswegeplanStellungnahme des Landes

Weitere Meldungen

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
MOVERS

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Zug steht an einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Digitaler Knoten

Förderung: 340 Millionen Euro für digitalen Knoten Stuttgart

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schiene

Zusätzliche 26 Coradia-Max-Züge für Baden-Württemberg

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Qualität

Schiene: Verbesserungen für die Fahrgäste dringend notwendig