LÄRMSCHUTZ

Motorradlärm in Schluchsee: Landeslärmschutzbeauftragter informiert sich

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Motorrad und Auto auf Landstraße (Bild: Fotolia/ Jürgen Fälchle)

Marwein: „Wenige schwarze Schafe stören Ruhe von sehr vielen Menschen im Erholungsgebiet“

Entschleunigen, wo andere richtig Gas geben? Der Lärmschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Thomas Marwein MdL, hat seine Sommertour unter den Themenschwerpunkt Motorradlärm gestellt und besucht Lärmhotspots im Land – so auch am Dienstag die Gemeinde Schluchsee im Hochschwarzwald. In Schluchsee führt mit der Schwarzwaldhochstraße B 500 eine beliebte und vielbefahrene Ferienstraße direkt durch die Gemeinde. Vor Ort machte sich Marwein ein Bild vom Streckenverlauf und diskutierte im Rathaus mögliche Lösungsansätze mit Jürgen Kaiser, Bürgermeister von Schluchsee, sowie lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürgern.

„Die Belästigung durch Motorradlärm ist enorm“, bestätigte Marwein und erklärte: „Enge Kurven über Hügel und durch Täler machen die Höhenlagen des Schwarzwaldes zu einem beliebten Ziel für Zweiradfahrer. Der Motorradlärm ist schier unerträglich und oft kilometerweit hörbar. Für die Menschen, die im Hochschwarzwald Erholung suchen, und natürlich auch für die Anwohner ist es vor allem in der Urlaubszeit und an den Wochenenden kaum auszuhalten.“

Motorradfahren liegt im Trend: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 2018 insgesamt 24.858 Krafträder neu zugelassen und damit gut zehn

Prozent mehr als 2017. Eine ähnliche Tendenz gibt es bereits für das erste Halbjahr 2019. Die Zahl der in Baden-Württemberg zugelassenen Motorräder stieg in den letzten 50 Jahren kontinuierlich an – und liegt 2019 bei 687.913 angemeldeten Fahrzeugen.

An sich stelle das Motorradfahren kein Problem dar, sagte Marwein: „Die meisten Fahrer verhalten sich bei ihren Touren verantwortungsvoll und fahren achtsam durch die Landschaft. Das Problem sind jedoch „schwarze Schafe“, die ihre Maschinen mittels technischer Tricks lauter machen, oder durch starkes Beschleunigen und hochtouriges Fahren unnötig Lärm verursachen.“ Einige Wenige würden so die Lebensqualität von sehr Vielen beeinträchtigen, führte der Lärmschutzbeauftragte weiter aus. Dies sei vor allem deshalb nicht nachvollziehbar, weil sich der Lärm leicht vermeiden ließe. „Allein durch eine rücksichtsvollere Fahrweise wäre schon einmal viel gewonnen. Wenn alle auf Elektro-Motorräder umsteigen würden, hätten wir auch kein Lärmproblem mehr.“

Marwein sieht nicht zuletzt aufgrund gesundheitlicher Risiken dringenden Handlungsbedarf. Ständige Geräuschemissionen erhöhten beispielsweise das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So hatten im Februar dieses Jahres führende Experten der Lärmwirkungsforschung in einem „Memorandum of Understanding“ eine Absenkung der Lärmgrenzwerte empfohlen. Zum Fachgespräch hatte der Landeslärmschutzbeauftragte Marwein nach Stuttgart eingeladen. Gesundheitsrisiken also, die im direkten Gegensatz zum Zweck eines Erholungsgebietes wie dem Schwarzwald stehen.

Hintergrund:

Für die Landesregierung hat der Schutz der Bevölkerung vor Geräuschemissionen große Priorität. Mit der Berufung eines Lärmschutzbeauftragten nimmt das Land eine Vorreiterrolle ein. Kein anderes deutsches Bundesland verfügt bisher über ein solches Amt. Ziel ist es, dem Lärmschutz mehr Gewicht in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu verleihen und im Bund die rechtlichen Grundlagen für die Vermeidung von Geräuschemissionen zu schaffen.

Weitere Meldungen

Rückseite eines Fahrkartenautomates.
Schiene

Fahrkartenkauf aus einer Hand auch im Südwesten des Landes

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
Niedrigwasser

Baden-Württemberg verlängert Erleichterungen für Lkw-Transporte

Ein Straßenwärter mit orangenen Klamotten läuft auf einer Brücke.
Brücken

Taskforce treibt Ersatzneubau der Kochertalbrücke bei Unterkochen voran

Eine Frau schließt ihr Fahrrad ab an einem Radstellplatz.
Mobilität

Für mehr und bessere Rad-Stellplätze entlang der Filstalbahn

Staatssekretär eröffnet die Straße durch das Schneiden eines Bandes.
Straße

L 600a bei Heidelberg: Leistungsfähige Verbindung wieder frei

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht