Rad

Radschulwegpläne für Baden-Württemberg

Goodbye Elterntaxi: Eigenständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen fördern/ bundesweit einmaliges Geoinformationssystem geht an den Start

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Goodbye Elterntaxi: Eigenständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen fördern/ bundesweit einmaliges Geoinformationssystem geht an den Start

Morgendliches Verkehrschaos vor Schulen durch Elterntaxis: ein alltägliches Bild und zugleich Problem im ganzen Land. „Mit der Idee der Radschulwegpläne wollen wir die eigenständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen gerade auch auf dem Weg zur Schule fördern“, so das gemeinsame Ziel von Verkehrsminister Winfried Hermann MdL, Kultusministerin Susanne Eisenmann, Innenminister Thomas Strobl und dem Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL. „Eine Voraussetzung dafür sind sichere Schulwege. Zum Schuljahresbeginn 2016/2017 steht mit dem Radschulwegplaner Baden-Württemberg allen weiterführenden Schulen und Schulträgern im Land ein bundesweit einmaliges webfähiges Geoinformationssystem (WebGIS) zur Verfügung“, so die Ministerin und die Minister am Dienstag, 06. September 2016 in Stuttgart.

Die Besonderheit des baden-württembergischen Radschulwegplaners: Mit Hilfe des WebGIS haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre täglich mit dem Fahrrad gefahrenen Schulwege auf sehr einfache Weise am PC selbst digital zu erfassen und auf Problemstellen entlang ihres Schulweges aufmerksam zu machen. Die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler fließen so in die Erstellung der Radschulwegpläne direkt ein. Die Informationen werden dann über das WebGIS den Kommunen zur Verfügung gestellt. Diese haben damit eine gute Grundlage, um Gefahrenstellen entlang der Schulwege systematisch zu beheben. Das landesweite WebGIS-Tool steht ab sofort unter www.radschulwegeplan.lgl-bw.de bereit.

Das Land hat darüber hinaus eine Beratungs- und Koordinierungsstelle eingerichtet, die bei Fragen rund um das Thema für die Kommunen eine erste Anlaufstelle ist. Diese ist bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) angesiedelt.

Verkehrsminister Hermann betonte: „Bewegung und Eigenständigkeit sind entscheidend für den Lernerfolg von Kindern – auch in Mathe und Deutsch. Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Geoinformationssystem ein Anwender basiertes Instrument bieten, um Radschulwegpläne zu erstellen. Diese machen die täglichen Radrouten der Schülerinnen und Schüler sicherer und geben Kommunen Hinweise zur Entschärfung von Gefahrenstellen. Damit unterstützen wir, dass sich die Kinder mehr bewegen und fit werden für den Verkehr.“ 

Innenminister Thomas Strobl ergänzte: „Die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr hat in Baden-Württemberg einen sehr hohen Stellenwert. Neben zielgruppenspezifischen Maßnahmen der Verkehrsprävention hat die gezielte Verkehrsüberwachung im Bereich der Schulwege und Schulen eine hohe Priorität. Die Informationen aus dem WebGIS-Tool und die Kenntnisse der tatsächlichen Schulwege der Kinder geben uns hierzu wichtige Empfehlungen, an den richtigen Stellen präsent zu sein.“

„Mit dem Radschulwegplaner erhalten unsere Schülerinnen und Schüler eine unkomplizierte Möglichkeit, eigenständig oder auch gemeinsam mit ihren Eltern zur Verbesserung der Schulwegsicherheit aktiv beizutragen. Das fördert nicht nur die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten, sondern unterstreicht auch die Bedeutung der Familien als unsere Bildungspartner“, erklärte Kultusministerin Susanne Eisenmann.

„Der neue Radschulwegplaner wird die Qualität der Schulwege deutlich verbessern. Schülerinnen und Schüler tragen mit Informationen aus ihrem eigenen Smartphone dazu bei, dass Schulwege sicherer werden. Damit wird der Erdkundeunterricht um praxisnahes Arbeiten und Lernen bereichert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten spielerisch Einblick in die faszinierende Welt der Geoinformationen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.

Weitere Informationen:

In der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg ist das Ziel verankert, bis zum Jahr 2020 für alle Schulen im Land Radschulwege zu schaffen. 

Die Aktionserlasse „Sicherer Schulweg“ des Innenministeriums fordern Schulen und Kommunen jährlich auf, Radschulwegpläne zu erstellen und zu aktualisieren. Mit der landesweiten Einführung des Radschulwegplaners werden Schulen und Kommunen hierbei nun noch stärker unterstützt. 

Das neue WebGIS Radschulwegplaner basiert auf Pilotprojekten in Bietigheim-Bissingen sowie mehreren Kommunen der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) e. V. Die technische Umsetzung und Betreuung des WebGIS erfolgt durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL).

Das Landesprogramm MOVERS – Aktiv zur Schule berät bei Fragen rund um den Radschulwegplan.

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung der folgenden Ministerien: Ministerium für Verkehr, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration.

Weitere Meldungen

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm

Ministerin Razavi bei der Eröffnung der Mühlbachstrasse
Eislingen

Mühlbachtrasse legt Grundstein für lebenswerte Ortsmitte in Eislingen

Radfahrer auf dem Badischen Weinradweg in den Reben oberhalb von Freiburg - Sankt Georgen mit Blick auf die Stadt Freiburg.
Rad

Mehr Qualität auf Radreisen: Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Zug auf Gleisen mit Frankreich-Flagge im Hintergrund.
Deutschlandticket

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Straßenmeisterei Geislingen
Neubau

Übergabe des Neubaus der Straßenmeisterei Geislingen

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
ÖPNV

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
LEFG

18 Millionen Euro vom Land für sichere Schieneninfrastruktur