Mobilitätsmanagement

Förderprogramm vom Jobticket bis zum Fuhrparkmanagement

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mann fährt mit dem Bus und liest Zeitung (Bild: Fotolia.com/226462799)

Land unterstützt Unternehmen und Behörden auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität

Ab sofort unterstützt das Ministerium für Verkehr Unternehmen und Landesbehörden beim betrieblichen und behördlichen Mobilitätsmanagement, und zwar systematisch und ganzheitlich. In Baden-Württemberg pendeln täglich etwa 5,5 Millionen Menschen zur Arbeit – vorwiegend mit dem eigenen Pkw und zu einem großen Teil weniger als zehn Kilometer. „Das Potenzial zum Umsteigen ist also groß. Gerade mit Blick auf die Luftreinhaltung sollten Arbeitgeber ihren Beschäftigten attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr aufzeigen. Wenn sich Unternehmen und Behörden auf den Weg zu einer nachhaltigen Mobilität machen wollen, unterstützen wir sie gerne dabei. Davon profitiert letztlich nicht nur die Umwelt, sondern auch die Unternehmen sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Minister Winfried Hermann, MdL, anlässlich der Veröffentlichung der Förderrichtlinie am 26. Oktober 2018 in Stuttgart.

Das Förderprogramm „Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement“ richtet sich an Unternehmen sowie Behörden und Zusammenschlüsse ohne Erwerbscharakter in Städten und Gemeinden, in denen der Grenzwerte von 40 µg/m3 Stickoxid überschritten wird. Mit Maßnahmen des Mobilitätsmanagements sollen die verkehrsbedingten Belastungen durch Feinstaub, Stickoxide und CO2-Emissionen verringert werden. In Frage kommen vielfältige Maßnahmen der Verkehrsvermeidung und -verlagerung, die sich an den Bedürfnissen und Gegebenheiten des jeweiligen Standortes ausrichten, von Telearbeit, Video- und Telekonferenzen, Job-Tickets, Mitfahrangeboten, Radverkehrsförderung über nachhaltiges Fuhrpark- und Parkraummanagement bis zu einem nachhaltigeren Geschäfts- oder Dienstreisemanagement.

Mithilfe der Projektförderung des Verkehrsministeriums können Ziele und Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen Personen- und Straßengüterverkehr von und zu Betriebs- bzw. Behördenstandorten vermieden oder auf nachhaltigere Verkehrsträger verlagert wird. Hier bietet das Verkehrsministerium bei Personalkosten, Untersuchungen/Gutachten und externer Beratung eine Förderung an. Darüber hinaus können auch investive Maßnahmen gefördert werden, die für die Umsetzung der Projekte notwendig sind.

Vorteile eines erfolgreichen Mobilitätsmanagements sind niedrigere Betriebskosten, höhere Mitarbeitermotivation, geringere Fehlzeiten und ein Imagegewinn. Leichtere Erreichbarkeit ist zudem ein wichtiges Argument, um Fachkräfte zu gewinnen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement“ sowie Kontaktdaten und Antragsunterlagen finden Sie hier.

Hintergrund:

Der Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Da der Verkehr zu einem Drittel zu den klimaschädlichen Treibhausgasen beiträgt, wirkt die Landesregierung darauf hin, dass der Verkehr verringert, auf klimafreundliche Verkehrsträger verlagert und mit klimafreundlicheren Antrieben abgewickelt wird. Sie muss außerdem sicherstellen, dass die geltenden Grenzwerte für NOx- und PM10-Immissionen eingehalten werden. Zur Verbesserung der Luftqualität in Städten und Gemeinden wurden durch die Regierungspräsidien bislang für etwa 30 Städte und Gemeinden Luftreinhaltepläne erarbeitet, die Maßnahmen für eine bessere Luft enthalten. Das zeigt das Ausmaß des Handlungsbedarfs beim Immissionsschutz. Davon führen einige Luftreinhaltepläne Mobilitätsmanagement als Maßnahme auf. Gleichwohl bieten erst wenige Unternehmen und Behörden ihren Beschäftigten Angebote aus dem Bereich des Mobilitätsmanagements an.

Das Potenzial für Mobilitätsmanagement ist in Baden-Württemberg erheblich. 5,5 Millionen Menschen pendeln täglich zu und von ihrer Arbeits- oder Dienststelle. 64 Prozent von ihnen benutzen hierzu den PKW, obgleich sie ganz überwiegend Distanzen unter zehn Kilometer zurücklegen, die auch mit dem ÖPNV, E-Bike, Pedelec, Fahrrad oder zu Fuß zu bewältigen sind.

Die Bundesregierung hat wiederholt Projekte gefördert, die Beratungen zum Mobilitätsmanagement anbieten, wie zum Beispiel effizient mobil, mobil.pro.fit, Gute-Wege-zur-guten-Arbeit, mobil gewinnt, etc. Die Befristung der Projekte und die Ausgestaltung als Wettbewerbe mit definiertem Bewerbungsschluss bedeutete jedoch, dass das Beratungsangebot nicht kontinuierlich und verlässlich zur Verfügung stand oder nachgehalten wurde. Bisher fehlte es außerdem an einer Unterstützung für die betriebs- bzw. behördeninternen Prozesse, mit denen geeignete Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Hier setzt das Förderprogramm „Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement“ an, indem es sowohl für die Projektarbeit, wie auch für die Umsetzung der Maßnahmen Unterstützung anbietet.

Das Förderprogramm trägt sowohl dem klima- und immissionspolitischen Handlungsbedarf, wie dem beeindruckenden Potenzial von Mobilitätsmanagement in Baden-Württemberg Rechnung. Baden-Württemberg ist das erste Land, das seinen Unternehmen und Landesbehörden in dieser Weise umfassende Unterstützung beim Mobilitätsmanagement anbietet.


Weitere Informationen:

Weitere Meldungen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm

Ministerin Razavi bei der Eröffnung der Mühlbachstrasse
Eislingen

Mühlbachtrasse legt Grundstein für lebenswerte Ortsmitte in Eislingen

Radfahrer auf dem Badischen Weinradweg in den Reben oberhalb von Freiburg - Sankt Georgen mit Blick auf die Stadt Freiburg.
Rad

Mehr Qualität auf Radreisen: Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Zug auf Gleisen mit Frankreich-Flagge im Hintergrund.
Deutschlandticket

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Straßenmeisterei Geislingen
Neubau

Übergabe des Neubaus der Straßenmeisterei Geislingen

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
ÖPNV

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
LEFG

18 Millionen Euro vom Land für sichere Schieneninfrastruktur

Illustration. Ein autonom fahrendes Auto steht an einem Zebrastreifer und lässt Fußgänger:innen passieren.
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Drohne mit Baukränen im Hintergrund
BIM

B 29: Sanierung zwischen Urbach und Lorch abgeschlossen

Ein Mann mit Cap und eine Frau stehen vor einem Auto mit der Aufschrift DEINE MUTTER und haben schwarze T-Shirts an mit gelber Schrift "Deine Mutter..."
Team Vision Zero

Ein bekanntes Muster: Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Zwei Radfahrerinnen fahren auf dem Fahrradstreifen einer Straße.
Rad- und Fußwege

Kommunen planen mehr Rad- und Fußwege für Baden-Württemberg