Verkehrspolitik

3 Fragen an Minister Hermann zur Straßenbaupolitik des Landes

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Minister Winfried Hermann (Bild: Graffiti)

Am 7. März haben Minister Winfried Hermann und Staatssekretärin Gisela Splett das Straßenbauprogramm 2014 für Baden-Württemberg vorgelegt. Minister Hermann erläutert dazu die politischen Leitlinien.

Was wird das Land 2014 in die Straßen Baden-Württembergs investieren?

Der Schwerpunkt liegt auf der Sanierung und dem Erhalt unseres Straßennetzes. Dessen Zustand hat sich in den vergangenen Jahrzehnten leider stark verschlechtert. Der volkswirtschaftliche Schaden einer maroden Infrastruktur ist immens. Deshalb müssen wir diesen Sanierungsstau dringend abarbeiten. Das Geld, das dem Land aus eigenen Mitteln bzw. aus Zuweisungen des Bundes zur Verfügung steht, ist in diesem Bereich am besten angelegt und darf nicht mehr wie in der Vergangenheit zu Gunsten anderer Projekte gestrichen werden. Wir haben die Kehrtwende geschafft: 2013 haben wir die Rekordsumme von 313 Mio. Euro in die Sanierung des Fernstraßennetzes investiert. Diesen Weg wollen wir fortsetzen. In den vorläufigen Haushaltsansätzen stehen dem Land dafür 338 Mio. Euro zur Verfügung. Das zeigt: Auch der Bund als Mittelgeber hat inzwischen begriffen, dass Erhalt und Sanierung unsere wichtigste gemeinsame Zukunftsaufgabe ist.

Und was ist mit Neu- und Ausbauten?

Baden-Württemberg hat beim Bund die Maßnahmen B 464 Ortsumfahrung Holzgerlingen, B 31 Immenstaad-Friedrichshafen und B 463 Westtangente Pforzheim, 1. Bauabschnitt, zur Baufreigabe angemeldet. Diese Maßnahmen stehen in unserer Prioritätenliste ganz oben. Auch das ist eine Kehrtwende: Statt nicht finanzierte Versprechungen für Straßen abzugeben, sagen wir den Bürgerinnen und Bürgern, wo wir angesichts der knappen Mittel unsere Schwerpunkte setzen und nach welchen Kriterien wir Straßenplanungen vorantreiben.

Entscheidender Spieler bleibt bei den Bundesfernstraßen jedoch der Bund. Wenn mehr Mittel bereitgestellt und die notwendigen Baufreigaben erteilt werden, können Maßnahmen vorgezogen werden, deren Baubeginn erst für 2015 vorgesehen ist.  Der Bund muss endlich sein kurzfristiges Hin und Her beenden und für eine verlässliche, überjährige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur sorgen.

Liegt darin der Grund, dass kurzfristig angebotene Mittel 2013 nicht abgerufen werden konnten?

Nicht nur, aber auch. Das Land hat 2013 trotz drastischer Stellenreduzierung in der Straßenbauverwaltung eine Rekordsumme investiert. Die Summe wurde zuletzt in den Jahren der Konjunktursonderprogramme erreicht.  Mehr war mit der durch Stelleneinsparprogramme der Vorgängerregierungen dezimierten Straßenbauverwaltung in den Regierungspräsidien nicht leistbar. Die kurzfristig angebotenen Mittel sind so genannte „Ausgleichsmittel“, die andere Bundesländer nicht verbauen konnten und die der Bund am Ende des Jahres verteilt. Zusätzliche Mittel können ohne Baufreigabe nicht verbaut werden. Im November 2013 hat der Bund etwa unseren Antrag auf Baufreigabe für die Ortsumfahrung Winden in Südbaden abgelehnt, da: „…ein Baubeginn für die Gesamtmaßnahme derzeit finanziell nicht absehbar ist“.

Durch eine überjährige Finanzierung ließen sich diese Schwierigkeiten in der Praxis mildern, langfristig kalkulierbare Mittel lassen sich effizienter verplanen und einsetzen. Außerdem hat die Landesregierung auf die strukturellen Probleme bereits reagiert: 39 zusätzliche Stellen wurden seit dem Jahr 2013 bereits mobilisiert. Außerdem hat die Landesregierung den Prozess einer breit angelegten Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Straßenbauverwaltung gestartet, um sie für die Zukunft optimal aufzustellen.

Weitere Informationen:
Aktuelle Fragen und Antworten zur Straßenbaupolitik des Landes

Weitere Meldungen

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
MOVERS

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Zug steht an einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Digitaler Knoten

Förderung: 340 Millionen Euro für digitalen Knoten Stuttgart