Luftreinhaltung

Luftreinhaltung in Stuttgart wird gemeinschaftliche Herausforderung

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Minister Hermann erläutert Vorgehen zum EU-Vertragsverletzungsverfahren zur Luftreinhaltung in Stuttgart – Entscheidungen müssen gemeinsam fallen

Bei Stickstoffoxid und Feinstaub gehört Stuttgart zu den besonders belasteten Städten in Deutschland. Der seit 2005 geltende EU-Grenzwert für Feinstaub wurde nie eingehalten; Stuttgart gehört zu den 30 deutschen Kommunen, in denen auch der Grenzwert für Stickstoffoxide regelmäßig durchbrochen wird. Hiermit verstoßen Stadt und Land nicht nur fortdauernd gegen verpflichtende Vorgaben der Europäischen Union. Die manifeste Belastung ist vor allem und nachgewiesenermaßen gesundheitsschädigend für die Anwohner in der Landeshauptstadt. Der schon seit mehreren Jahren und ständig wachsende politische Handlungsdruck ist immens. Vor allem auch angesichts des laufenden EU-Vertragsverletzungsverfahrens drängt die Zeit, nun tätig zu werden und ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, mit dem die Grenzwerte verbindlich und nachhaltig eingehalten werden.

Zur Verbesserung dieser Situation arbeiten Land, Regierungspräsidium Stuttgart und Landeshauptstadt Stuttgart deshalb derzeit an einem wirksamen Konzept. Nach einem Spitzengespräch Ende Juli soll dazu ein Konzept an die EU übermittelt werden, mit dem das Land im laufenden EU-Vertragsverletzungsverfahren seine zielgerichtete Vorgehensweise belegt. So sollen weitere Schritte der EU gegen das Land abgewendet werden.

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) hat hierzu am 14. Juli eine Veranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt, bei der ein breiter Katalog von grundsätzlich denkbaren – bislang nicht priorisieren – Maßnahmenvorschlägen vorgestellt und zur Diskussion gestellt wurde, die grundsätzlich geeignet sind, endlich Verbesserungen in den Bereichen Feinstaub und Stickoxid zu erreichen.

Laut Verkehrsminister Winfried Hermann besteht unter den Partnern Einigkeit darüber, dass in der ersten Stufe, die zwei Jahre andauern soll, allein auf freiwillige Maßnahmen im Verkehrsbereich und auch bei anderen Quellen gesetzt wird. Denn grundsätzlich gilt es, zunächst auf die Einsicht der Verkehrsteilnehmer zu setzen. Im Vordergrund steht die Schaffung eines Bewusstseinswandels und die Förderung einer neuen Mobilitätskultur. „Zum Ende dieser Phase werden wir auswerten, welche zusätzlichen verbindlichen Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit wir die von der EU verlangte Einhaltung der Grenzwerte erreichen“, so Minister Hermann. Klar ist bereits jetzt, dass wir nur mit Appellen nicht weiterkommen werden. Zu diesem Zeitpunkt wird dann zu entscheiden sein, ob und in welcher Weise in der zweiten Stufe auch Fahrverbote greifen müssen.

Bei den Maßnahmen, über die in den letzten Tagen in der Presse berichtet wurde, handelt es sich um Expertenvorschläge, die seitens des Verkehrsministeriums als erfolgversprechend betrachtet werden. „Über Zusammensetzung und Zeitplan des Maßnahmenplans ist aber noch nicht entschieden, wir werden dies in den nächsten Wochen mit Verbänden und Wirtschaft diskutieren und dann mit der Stadt Stuttgart und in der gesamten Landesregierung endgültig abstimmen. Dann  werden wir gemeinsam entscheiden, welche Vorschläge mit welchem Zeitplan an die EU übermittelt werden“, so Hermann weiter.

Weitere Informationen

Luftreinhalteplanung Stuttgart

Weitere Meldungen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm

Ministerin Razavi bei der Eröffnung der Mühlbachstrasse
Eislingen

Mühlbachtrasse legt Grundstein für lebenswerte Ortsmitte in Eislingen

Radfahrer auf dem Badischen Weinradweg in den Reben oberhalb von Freiburg - Sankt Georgen mit Blick auf die Stadt Freiburg.
Rad

Mehr Qualität auf Radreisen: Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Zug auf Gleisen mit Frankreich-Flagge im Hintergrund.
Deutschlandticket

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Straßenmeisterei Geislingen
Neubau

Übergabe des Neubaus der Straßenmeisterei Geislingen