Für unsere Infrastruktur ist es wichtig, dass Straßen, Wege, Tunnel und Brücken erhalten und, wo nötig, neu gebaut oder saniert werden. Dabei hilft auch die Digitalisierung. Mit der Methode „Building Information Modeling“ (BIM) werden Bauprojekte zuerst virtuell am Computer vorgeplant. Auch hilft BIM dabei, Projekte während des Baus besser zu managen.
BIM als landesweiter Standard
Werden Straßen neu gebaut, muss BIM inzwischen eingesetzt werden. Dies gilt auch für alle Erneuerung von Fahrbahnen sowie Projekte, die schon teilweise mit BIM gestartet wurden und nun in eine neue Leistungsphase übergehen. Seit März 2026 gilt das für neue Projekte an Bundesstraßen in Baden-Württemberg. 2027 wird das ebenfalls für Projekte an Landesstraßen gelten.
Die Methode wurde beispielsweise beim Ausbau der B 29 zwischen Essingen und Aalen verwendet. Die Bundesstraße bekam in dem Abschnitt zusätzliche Fahrspuren. Zuerst erstellten Fachleute ein virtuelles 3D-Abbild der bestehenden Straße am Computer. Dieses wurde dann während des Baus durchgehend mit Informationen wie Kamerafotos, Eigenschaften von Objekten und Daten zur Bodenbeschaffenheit gefüttert. So konnten Probleme und Verzögerungen im Ablauf schnell erkannt und behoben werden.
Vorteile von BIM
Alle Projektbeteiligten ergänzen mit ihren Daten, zu vorgegebenen Zeiten, die gemeinsame Datenumgebung mit deren Hilfe gearbeitet wird. Das sind zum Beispiel verschiedene Modellteile, die zusammengeführt werden, oder Informationen zu den nötigen Baumaterialien, Terminplänen und Kostenberechnungen. Aber auch Luftaufnahmen von Drohnen gehören dazu, um den Fortschritt des Baus zu überwachen.
Weil alle Daten kontinuierlich an einem Ort zusammengeführt und überprüft werden, können früher Fehler gefunden und entsprechende Lösungen entwickelt werden. Außerdem können somit auch Kosten effektiver kontrolliert und Bauzeiten besser eingehalten werden.
Wissen für Fachleute
Da BIM eine neue Technologie ist und viele Änderungen mit sich bringt (zum Beispiel bei internen Abläufen, Software, Zusammenarbeit mit Auftragnehmern), müssen Fachleute sich weiterbilden. Das Verkehrsministerium bietet Schulungen an und hat einen BIM-Leitfaden entwickelt, der durch Praxis- und Rahmendokumente ergänzt wird.
- BIM-Strategie: Sie ist der Fahrplan, wie Baden-Württemberg BIM einführt und welche Bausteine dafür notwendig sind.
- BIM-Leitfaden: Er erklärt landesspezifisch die BIM-Methode mit den wichtigsten Abläufen und Begriffen. Er dient als Nachschlagewerk und als Grundlage für die landesspezifischen Rahmen- und Praxisdokumente sowie Handlungsanweisungen.
- Rahmen- und Praxisdokumente: Sie sorgen für einen reibungsarmen Ablauf im Arbeitsalltag. Große Praxisnähe und eine zukunftsorientierte Anleitung für den Einsatz von BIM in Baden-Württemberg stehen hier im Vordergrund.















