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Fahrgastbeirat Baden-Württemberg fordert Erhalt der Gäubahn

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RE zwischen Singen und Stuttgart (Gäubahn) - hier zwischen Aistaig und Sulz, im Vordergrund der Neckar (Bild: Deutsche Bahn AG/ Georg Wagner)

Stuttgarter Gemeinderat soll baubedingte Unterbrechung der internationalen Verbindung Zürich – Stuttgart auf Stuttgarter Gemarkung verhindern

Den Erhalt der Gäubahn bis zur vollständigen Fertigstellung des Bahnprojektes Stuttgart 21 auch am Flughafen fordert der Fahrgastbeirates für den vom Land bestellten Schienenpersonennahverkehr (FGB-BW) zusammen mit dem VVS-Fahrgastbeirat von der Stadt Stuttgart. Deshalb haben sich die beiden Fahrgastbeiräte mit einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart gewandt und auf die Bedeutung des Eisenbahnknotens Stuttgart für ganz Württemberg und Südbaden hingewiesen. „Die Funktion des zentralen Eisenbahnknotens muss auch während der Bauzeit von Stuttgart 21 erhalten bleiben und darf nicht einseitig den städtebaulichen Interessen der Stadt Stuttgart geopfert werden“, erklärt Matthias Lieb, Vorsitzender des FGB-BW.

Die Projektpartner von Stuttgart 21 verwiesen in ihren Stellungnahmen zur Gäubahnunterbrechung jeweils auf die berechtigten städtebaulichen Interessen der Stadt Stuttgart. Hintergrund seien die Absicht der DB, die mit Blick auf die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofes erforderliche baubedingte Unterbrechung der Gäubahnstrecke auf der Höhe des Stuttgarter Nordbahnhofes nicht wieder rückgängig zu machen. Dies würde dann dazu führen, dass für vermutlich fünf Jahre keine direkten Zugverbindungen mehr von Stuttgart Richtung Horb, Freudenstadt, Rottweil, Tuttlingen, Singen und in die Schweiz bestehen, beklagt Lieb.

Diese Streckenunterbrechung der Gäubahn, die wegen des Anschlusses der S-Bahn-Station Mittnachtstraße an das S-Bahn-Netz geplant sei, könne durch ein geändertes Bauverfahren vermieden werden, erklärt Matthias Lieb und fordert eine entsprechende Änderung der Planungen.

Anderenfalls würden die Fahrgäste der Gäubahn beim Umsteigen in Stuttgart in die Fernzüge bis zu einer Stunde Reisezeitverlängerung erleiden und müssten nach den Plänen der Stadt mehrfach Umsteigen (entweder in Stuttgart-Vaihingen oder in Stuttgart-Nordbahnhof). Dies sei den Fahrgästen nicht zumutbar und würde vielmehr den Umstieg von der Bahn ins Auto befördern, während die Politik ja gerade das Gegenteil propagiere, so Lieb. Angesichts der geringen Mehrkosten für den Erhalt der Gäubahn sei es im Interesse der Fahrgäste geboten, die Baumaßnahme unter Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs umzusetzen, so Lieb.

Auch für das Notfall-Konzept der S-Bahn sei der Erhalt der Gäubahn-strecke bis zum Hauptbahnhof wichtig – heute gäbe es mehrmals pro Woche S-Bahn-Züge, die bei einer Störung im S-Bahn-Stammstreckentunnel über die Gäubahnstrecke umgeleitet würden – mit der geplanten Streckenunterbrechung sei dies nicht mehr möglich, kritisieren die Fahrgastbeiräte des VVS und des Landes.

Zusammenfassend sehen der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg sowie der VVS-Fahrgastbeirat die dringende Notwendigkeit, dass sich die Projektpartner von Stuttgart 21 angesichts der negativen Auswirkungen der Gäubahnunterbrechung für die Fahrgäste über Alternativen zur Sperrung verständigen und die durchgängige Befahrbarkeit der Gäubahn bis zum Hauptbahnhof Stuttgart solange sicherstellen, bis die geplante Gäubahnanbindung über den Flughafen in Betrieb sei.

Die Gemeinderäte der Landeshauptstadt Stuttgart stünden aus Sicht der Fahrgastbeiräte in der Verantwortung, nicht nur die Stadtentwicklung, sondern auch die Bedeutung des Eisenbahnknotens Stuttgart für den Schienen¬verkehr in ganz Württemberg und Südbaden im Blick zu haben.

Quelle:

Fahrgastbeirat Baden-Württemberg

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