Strategien und Maßnahmen

Maßnahmen und Strategien für intelligente Mobilität

Aus Analysen entstehen maßgeschneiderte Strategien und Maßnahmen für eine sichere, flüssige und nachhaltige Mobilität. Doch wie können diese aussehen?

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Auf einem Tisch liegen verschiedene Zettel und Textmarker.

Verkehrsprobleme brauchen passende Lösungen. Im Regionalen Verkehrsmanagement Heilbronn Neckarsulm werden zuerst einzelne Maßnahmen entwickelt. Anschließend werden diese zu koordinierten Strategien gebündelt.

  • Maßnahmen sind konkrete Handlungen, die direkt in das Verkehrsgeschehen eingreifen. Sie nutzen vorhandene Infrastruktur intelligent und reagieren auf aktuelle Verkehrssituationen.
  • Strategien bündeln mehrere Maßnahmen zu abgestimmten Abläufen und sorgen dafür, dass alle Beteiligten koordiniert reagieren und Verkehrsprobleme effektiv gelöst werden.

Was sind Maßnahmen?

Maßnahmen sind die Bausteine des Verkehrsmanagements. Jede Maßnahme erfüllt einen bestimmten Zweck: Zum Beispiel den Verkehr lenken, steuern, informieren oder nachhaltige Mobilität fördern. Im Regionalen Verkehrsmanagement werden Maßnahmen entwickelt, die auf die spezifischen Herausforderungen der Region zugeschnitten sind. Sie entstehen aus
der Analyse konkreter Verkehrssituationen in der Region.

Welche Arten von Maßnahmen gibt es?

Maßnahmen lassen sich nach ihrer Wirkungsweise in verschiedene Kategorien einteilen.

Steuerungsmaßnahmen

  • Adaptive Lichtsignalanlagen passen Ampelschaltungen automatisch an die aktuelle Verkehrslage an. Sie bevorzugen bei Bedarf Busse, Bahnen oder den Radverkehr.
  • Dynamische Geschwindigkeitsregelungen werden je nach Verkehrsdichte, Wetterlage oder Unfallgefahr angepasst.
  • Die Zuflussdosierungen regeln an besonders belasteten Knotenpunkten und vor stark frequentierten Siedlungsbereichen den zufahrenden Verkehr, um Überlastungen zu vermeiden.

Lenkungsmaßnahmen

Lenkungsmaßnahmen leiten Verkehrsströme gezielt um oder verteilen sie auf
mehrere Routen.

  • Dynamische Umleitungen informieren und leiten Verkehrsteilnehmende bei Störungen über alternative Routen.
  • Die Wechselwegweisungen zeigen über digitale Anzeigetafeln situationsabhängig die beste Route zu wichtigen Zielen wie Parkplätzen, Bahnhöfen oder Gewerbegebieten an.
  • Temporäre Freigaben geben Busspuren oder Sonderspuren zeitweise für den allgemeinen Verkehr frei, um Engpässe zu entschärfen.

Informationsmaßnahmen

Informationsmaßnahmen stellen Verkehrsteilnehmenden aktuelle Daten zur Verfügung, damit diese ihre Routen oder Verkehrsmittel anpassen können.

  • Verkehrsinformationstafeln im Straßenraum informieren über Staus, Unfälle, Baustellen und Fahrzeiten.
  • Apps und digitale Dienste liefern Echtzeitinformationen zu allen Verkehrsmitteln, Parkplätzen und Umsteigemöglichkeiten.
  • Warnmeldungen informieren bei kritischen Situationen gezielt, etwa vor Falschfahrer:innen, Unfällen oder Gefahrenstellen.

Förderung nachhaltiger Mobilität

Diese Maßnahmen stärken klimafreundliche Verkehrsmittel und machen sie attraktiver.

  • Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs gibt Bussen und Bahnen Vorrang an Ampeln und auf eigenen Fahrspuren.
  • Fahrrad- und Fußverkehrsförderung optimiert Ampelschaltungen für alle die mit dem Rad oder dem Fahrrad unterwegs sind und macht das Queren von Straßen sicherer.
  • Multimodale Angebote verknüpfen über Mobilstationen verschiedene Verkehrsmittel und erleichtern den Umstieg zwischen Auto, Fahrrad, Bus und Bahn.

Was sind Strategien?

Strategien sind abgestimmte Bündel von Maßnahmen, die bei bestimmten Verkehrssituationen gemeinsam aktiviert werden. Sie sorgen dafür, dass alle Beteiligten koordiniert handeln.

Eine Strategie kann mehrere Maßnahmen umfassen: Ampelschaltungen werden angepasst, Umleitungen ausgeschildert und Verkehrsteilnehmende über Apps informiert. Alle Maßnahmen greifen ineinander und verstärken ihre Wirkung.

Das System arbeitet automatisch. Sobald Sensoren und Verkehrsdaten eine bestimmte Situation erkennen, wählt das Verkehrsmanagementsystem die passende Strategie aus und schaltet sie innerhalb von Minuten automatisch.

Warum sind Strategien wichtig?

Verkehrsprobleme machen nicht an Stadt- oder Behördengrenzen halt. Ein Stau auf der Autobahn wirkt sich auf Bundes- und Landesstraßen aus. Eine Baustelle in der Innenstadt betrifft auch den öffentlichen Nahverkehr.

Strategien sorgen dafür, dass alle Projektpartner abgestimmt reagieren. Sie legen fest, wer welche Maßnahme umsetzt und wie die Zusammenarbeit organisiert wird.

Welche Arten von Strategien gibt es?

Strategien nach Verkehrssituation

  • Strategien für planbare Zustände werden für Großveranstaltungen, Messen, Sportevents oder geplante Baustellen entwickelt. Sie können frühzeitig vorbereitet und aktiviert werden.
  • Strategien für wiederkehrende Ereignisse nutzen Erfahrungswerte bei vorhersehbaren Verkehrsproblemen wie Pendlerverkehr zu Stoßzeiten oder Freizeitverkehr an Wochenenden.
  • Strategien für unvorhersehbare Probleme ermöglichen schnelles Handeln bei Unfällen, Fahrzeugpannen, extremen Wetterereignissen oder technischen Störungen.

Von der Situation zur Strategie

Der Weg von der Verkehrssituation zur fertigen Strategie erfolgt in mehreren Schritten.

  1. Situationsanalyse: Verkehrsprobleme werden identifiziert, bewertet und priorisiert.
  2. Maßnahmenentwicklung: Für jede Situation werden passende Maßnahmen entwickelt. Dabei wird geprüft, welche technischen Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt und wer zuständig ist.
  3. Strategiebildung: Einzelne Maßnahmen werden zu Strategien gebündelt. Dabei wird geprüft, welche Maßnahmen sich ergänzen und ihre Wirkung gemeinsam verstärken.
  4. Abstimmung: Alle Projektpartner definieren gemeinsam die jeweiligen Zuständigkeiten für die Umsetzung der Strategien.
  5. Umsetzung: Strategien werden technisch implementiert und getestet.
  6. Monitoring: Die Wirkung wird überwacht und bei Bedarf werden Anpassungen an den Strategien vorgenommen.

Zusammenarbeit als Grundprinzip

Maßnahmen und Strategien funktionieren nur, wenn alle Projektpartner zusammenarbeiten. Im Regionalen Verkehrsmanagement Heilbronn Neckarsulm arbeiten Städte, Gemeinden und Landkreise, das Regierungspräsidium und Verkehrsministerium, Einsatzkräfte sowie die Wirtschaft koordiniert zusammen.

Jeder Partner bringt seine Expertise ein, übernimmt definierte Aufgaben und arbeitet nach gemeinsam vereinbarten Zielen.

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