Autonomes Fahren

Autonomes fahren (Bild: Fotolia.com/ folienfeuer)

Testfeld Autonomes Fahren

Das Land will seine Vorreiterrolle im Bereich der Digitalisierung weiter ausbauen und hat deswegen ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem die Digitalisierung verschiedener Mobilitätskonzepte in Baden-Württemberg erprobt und vorangebracht werden soll. Ein Kernstück der Strategie ist die Förderung von Konzeption, Planung und Aufbau eines Testfelds zum vernetzten und automatisierten Fahren in Baden-Württemberg in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Mit dem Aufbau des Testfelds wurde 2016 in der Region Karlsruhe / Bruchsal / Heilbronn begonnen.

Weitere Informationen zum Testfeld

Im Testfeld werden ausgewählte Strecken im innenstädtischen Bereich der Städte Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn sowie auf angrenzenden Landes- und Bundesstraßen und Autobahnen auf über 200 Kilometer Länge modular für Versuche und Erprobungen zur Verfügung stehen. Mögliche Beispielanwendungen zur Erprobung innerhalb des Testfelds sind: automatisierter ÖPNV Shuttle- und Busbetrieb, automatisierter Logistik- und Lieferbetrieb, automatisierte Sonderfahrzeuge, automatisiertes Carsharing, automatisierter Pendelbetrieb, Individualverkehr, Mikromobilität sowie Mobilitäts-Apps und Dienste.

Wozu wurde das Testfeld aufgebaut? Was zeichnet das Testfeld aus? Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter www.taf-bw.de/ueber-uns

Weitere Informationen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren finden Sie auf der Internetseite des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg unter: www.taf-bw.de

Verkehrliche Auswirkungen

Ein weiteres Kernstück des automatisierten und autonomen Fahrens sind die verkehrlichen Auswirkungen. Diese muss man kennen, um Entscheidungen über Investitionen oder anzupassenden Regeln zu Gunsten des Verkehrs im Lande treffen zu können. Die verkehrlichen Auswirkungen umfassen verkehrstechnische Kenngrößen, wie:

  • Kapazität von Straßen- oder Schienenwege, die Reisezeit, Staus, etc.
  • Direkte Wirkungsbereiche wie die Verkehrssicherheit, Abgasemissionen, Lärmemissionen etc.
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für zweckmäßige Infrastruktureinrichtungen
  • Informationstechnologien
  • Neue Verkehrskonzepte, wie z.B. ein Tür zu Tür Betrieb autonomer Kleinbusse als Ergänzung des ÖPNVs

Wichtig für das Land ist auch, welche Verkehrsverhaltensregeln (z.B. geringeren Abstand zwischen den Autos auf Autobahnen zulassen) oder sonstige Vorschriften fortzuschreiben wären, wie hoch ein Investitionsbedarf für die nächsten Jahre ist und wie die Stadt- und Verkehrsplanung auch im ländlichen Raum aussehen sollte. Einige Untersuchungsergebnisse dazu gibt es bereits (s.u.). 

Automatisierte Shuttle-Busse

Die Anzahl der Anfragen beim Ministerium für Verkehr und den nachgeordneten Behörden zum Thema Genehmigungsverfahren für automatisiert fahrende Shuttle-Busse steigt derzeit stetig. Das Verkehrsministerium begrüßt temporäre Tests von kleinen, automatisierten Shuttle-Bussen in Baden-Württemberg und möchte diese daher grundsätzlich unterstützen. Um potentielle Antragsteller über den Ablauf des Genehmigungsverfahrens und die Anforderungen der Behörden zu informieren, wurde nachfolgendes Hinweisblatt erstellt.

Hinweisblatt zum Genehmigungsverfahren automatisierter Shuttle-Busse

Automatisierte, vernetzte und elektrische Mobilität: Projekt DiaMANT in Ludwigsburg 

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg fördert mit ca. 1 Millionen Euro das Projekt DiaMANT (Dialog für automatisierte, vernetzte und elektrische Mobilität: Anwendungen - Nutzerinteressen - Technik) zum automatisierten Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). 

Konsortialführer ist die Stadt Ludwigsburg. Projektpartner sind die Stadt Stuttgart, das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), das Forschungszentrum für Informatik Karlsruhe (FZI), die SSB AG, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die Daimler AG / EvoBus GmbH, die e-mobil BW, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Technische Akademie Schwäbisch Gmünd. Das Projekt ist für die Dauer von Januar 2018 bis Dezember 2020 angesetzt.

Automatisierte Mobilität erfahrbar machen

Mit einer Roadshow zum „automatisierten und vernetzten Fahren“ soll der aktuelle Stand der Technik der interessierten Bevölkerung nahegebracht werden. Im Mobilen Informationszentrum Mobilität (MIM) wird Bürgerinnen und Bürgern mit Hilfe von interaktiven Spielen, Präsentationen, Anschauungsmaterial und Gesprächen automatisierte Mobilität im ÖPNV erfahrbar gemacht. Präsentationen fanden bereits auf der Messe „Modell und Technik“, auf der „i-mobility“, auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn sowie in Ludwigsburg statt und fanden großen Anklang. Auch auf der Landesgartenschau 2020 in Überlingen kann das MIM besucht werden. 

Automatisierte Shuttle-Busse im Realbetrieb

In einem weiteren Baustein soll auf einer Zusatzbuslinie im öffentlichen Straßenraum und im realen Fahrgastbetrieb für eine bestimmte Zeit ein automatisierter Shuttle-Bus mit bis zu 25 km/h im Gewerbegebiet westlich des Bahnhofs Ludwigsburg betrieben werden. Bislang gibt es Testfahrzeuge, die technisch bedingt momentan maximal 15 km/h fahren dürfen. Zwei weitere Teststrecken sind geplant. Ziel dieses Demonstrationsbetriebes ist es die Erlebbarkeit der Technologie für die Öffentlichkeit darzustellen und Erfahrungen der Anbieter im Öffentlichen Verkehr zu sammeln. 

Außerdem wurde untersucht, in welchem Umfang ein Standardbus der SSB vollautomatisiert regelmäßige Arbeitsvorgänge im Betriebshof absolvieren kann. Ziel der Untersuchung war es, die Wirtschaftlichkeit einer solchen Automatisierung zu bewerten.