Hier blüht Ihnen was!

Blühende Verkehrsinseln (Grafik: © Verkehrsministerium Baden-Württemberg)

Der dramatische Rückgang heimischer Insekten geht uns alle an: denn Insekten sind für das Gleichgewicht unseres Ökosystems unentbehrlich. Sei es als Blütenbestäuber, als Schädlingsbekämpfer oder als Nahrung für viele andere Tiere, wie etwa Vögel. Eine der Hauptursachen für den Rückgang ist der Mangel an geeigneten Lebensräumen.

Mit dem Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ möchten wir diesem Problem entgegenwirken und ein Zeichen für den Insektenschutz setzen. „Blühende Verkehrsinseln“ prämiert pollen- und nektarreich angelegte Kreisverkehre und Rastplätze. Gestalten Sie Ihre Grünfläche mit einer abwechslungsreichen Pflanzenmischung um, damit sie zu einem perfekten Buffet und Nistplatz für Insekten aufblüht.

2018 rief das Verkehrsministerium erstmalig die Landkreise, Städte und Gemein-den Baden-Württembergs auf, beim Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ mitzumachen. Es gab viele Bewerbungen – über die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ können sich neben Karlsdorf-Neuthard noch Bietigheim-Bissingen, Heidenheim, Karlsruhe, Lörrach, Ludwigsburg, der Ortenaukreis, Stutensee, Stuttgart und Vaihingen an der Enz freuen. Im Herbst 2019 erfolgt der Aufruf für die zweite Wettbewerbsrunde 2020.

Karlsdorf-Neuthard, der Ortenaukreis und die Stadt Bietigheim-Bissingen überzeugten die Jury besonders mit ihrem ganzheitlichen Konzept, das von großer fachlicher Expertise zeugt, da es auch Nisthilfen anbietet sowie Schulungsangebote für Auszubildende der Straßenmeistereien vorsieht.

Gewinnerportraits

: Stuttgart

Die Landeshauptstadt wandelte im April 2019 zwei Flächen auf dem Vorplatz des Bahnhofs S-Zuffenhausen im Sinne des Artenschutzes um. In Kooperation mit den Vereinen Bienenschutz Stuttgart und dem Bürgerverein Zuffenhausen wurden wildbienenfreundliche Pflanzen wie beispielsweise Wildrosen und Hartriegel eingepflanzt. Als besonderes Highlight steht zudem ein Insektenhotel auf der Fläche. Eine Hinweistafel informiert Passanten über die Hintergründe der Umwandlung, die im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung eingeweiht wurde.

 

: Bietigheim-Bissingen

Im Frühjahr 2019 legte die Stadt Bietigheim-Bissingen in Zusammenhang mit dem Neubaugebiet „Haslacher Weg“  neue Verkehrsgrünflächen auf circa 650 Quadratmetern an. Auf den Verkehrsinseln wurde die niedrig wachsende Saatgut-Mischung „Blumenrasen“ ausgesät. Zudem wurden drei neue Bäume gepflanzt. Ab 2021 werden die Flächen in das Pflegemanagement „naturnahes Verkehrsgrün“ der Stadtgärtnerei übernommen.

 

: Heidenheim

Die Stadt Heidenheim gestaltete im Mai 2019 einen Mittelstreifen an einer innerörtlichen Gemeindestraße um. Eine Verkehrsinselmischung mit vielen bienenfreundlichen Blumen, wie der Kornblume und Kartäusernelke, wurde auf der Fläche neu gesät. Im Anschluss an die Umgestaltung wurden westlich und östlich weitere Mittelstreifen entsiegelt und mit Silbersommer und Salbei bepflanzt. Die Flächen werden maximal 2 Mal im Jahr gemäht.

 

: Karlsdorf-Neuthard

Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard gestaltete 2018 einen Kreisverkehr mit zusätzlichen Fußgängerüberquerungsinseln und Straßenbegleitgrünflächen insektenfreundlich um. Die Gemeinde pflanzte Biotop-Blumenwiesen, Strauch- und Zwiebelpflanzen sowie 7 Bäume. Ein Highlight stellt das Insektenhotel nahe des Kreisverkehres dar.

 

: Karlsruhe

Die Stadt Karlsruhe wandelte im April 2019 die Fläche über dem Edeltrudtunnel um. In Kooperation mit dem NABU Karlsruhe und dem Bürgerverein Bulach wurden auf dem Tunnel Wildkräuterstreifen aus gebietseigenem Saatgut der Mischung „Wärmeliebender Saum“ gesät. Die Ansaat der Fläche soll als Anschauungsobjekt für Bürgerinnen und Bürger dienen und informiert diese auf entsprechenden Hinweisschildern über die Umgestaltung.

 

: Lörrach

Die Stadt Lörrach setzt ihr Zeichen für Artenvielfalt mit der Umgestaltung von Grünflächen auf dem Parkplatz der Schloßberghalle. Die Pflanzung gebietseigener Samen und Stauden verwandelte die vorherige Rasenfläche in eine magere Wildblumenwiese. Außerdem wurden 10 Eichenhochstämme in fünf verschiedenen Arten gepflanzt. Geplant wurde die Umgestaltung vom EB Stadtgrün Lörrach, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Grünflächen der Stadt nachhaltig zu entwickeln.

 

: Ludwigsburg

Ludwigsburg gestaltete zur Förderung der Artenvielfalt im Herbst 2018 eine Verkehrsinsel im Ortsteil Neckarweihingen um. Die Neugestaltung wurde von der Stadt als örtliches Projekt der Grünen Nachbarschaft umgesetzt. Die vorher komplett asphaltierte Verkehrsinsel wurde entsiegelt und anschließend mit heimischen und insektenfreundlichen Pflanzen begrünt. Zusätzlichen Lebensraum für Insekten und Vögel bietet der eingepflanzte Spitzahorn. Aus einer monotonen Fläche ist eine bunte und artenreiche Grünfläche entstanden. Schilder auf der Fläche informieren die Bürgerinnen und Bürger über das Projekt und die damit verbundenen Ziele.

 

: Ortenaukreis

Der Landkreis Ortenaukreis wertete im Frühjahr 2019 den Rastplatz „Kugeleck“ zwischen Nußbach und Oberkirch ökologisch auf. Das Straßenbauamt des Ortenaukreises pflanzte frühblühende Sträucher und nektar- und artenreiches Saatgut ein. Ein Highlight der Umgestaltung ist das Insektenhotel, das mit Altmaterialien der Straßenmeisterei gebaut und aufgestellt wurde. Für verweilende Verkehrsteilnehmer wurden auf dem Rastplatz Infoschilder zu den einzelnen Maßnahmen aufgestellt.

 

: Stutensee

Die Stadt Stutensee gestaltete eine Fläche neben dem Kreuzungsbereich am Ortseingang Friedrichstal um. Aus einer eintönigen Rasenfläche ist eine bunt blühende, artenreiche Blumenwiese aus 35 ausdauernden Wildblumen entstanden. Durch einen Pflegeplan wird angestrebt, dass sich die Wildstauden und Kräuter durch Selbstaussaat in den kommenden Jahren weiter auf angrenzende Flächen ausweiten. Infos zum Projektverlauf finden Interessierte auf der Homepage der Stadt sowie auf Infoschildern vor Ort.

 

: Vaihingen an der Enz

Vaihingen an der Enz wandelte eine Fläche im Schul- und Sportzentrum der Stadt um, an der viele Schülerinnen und Schüler sowie Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg zur Schule oder zur Sporthalle vorbeikommen. Die vorherige Rasenfläche wurde abgeschält und mit einer Blumenwiesenmischung und einer Schmetterlings- und Wildbienensaummischung besät. Ein Insektenhotel bietet weitere Nistmöglichkeiten. Für die wärmeliebenden Tiere wurden Muschelkalkblöcke auf die Fläche gesetzt. Ein weiteres Highlight ist ein Spezieller Hügel für Sandbienen sowie ein Igelhaufen mit heimischem Schnittgut. Die Bürgerinnen und Bürger werden durch verschiedene Veranstaltungen in die naturnahe Pflanzung miteinbezogen.

 

Tipps und Tricks

Auch abseits der Verkehrswege können mit wenigen Handgriffen blühende Oasen erschaffen werden – von Gärten über Hinterhöfe bis hin zu Balkonen leisten alle einen wichtigen Beitrag. Wir haben für Sie ein paar Tipps gesammelt.