SCHIENE

Wichtiger Schritt für den „Digitalen Knoten Stuttgart“

Berechne Lesezeit
  • Teilen
SCHIENE Wichtiger Schritt für den „Digitalen Knoten Stuttgart“

Vergabe der Ausrüstung von 118 Regionalzügen mit digitaler Signaltechnik besiegelt

Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) beauftragt den Konzern Alstom mit dem nachträglichen Einbau von digitaler Leit- und Sicherungs-technik in den 118 Bestandsfahrzeugen des Landes. Die offizielle Vertragsunter-zeichnung fand am Donnerstag (29. Juli) im InfoTurmStuttgart (ITS) statt.

Die 118 Regionalzüge werden mit dem Europäischen Zugbeeinflussungssystem (European Train Control System – ETCS) und dem hochautomatisierten Fahrbetrieb mit Triebfahrzeugführer (Automatic Train Operation im Automatisierungsgrad 2 - ATO GoA 2) ausgerüstet. Durch die Digitalisierung des Knotens Stuttgart und der bestehenden Regionalzüge soll die Leistungsfähigkeit des Eisenbahnknotens um mindestens 20 Prozent gesteigert werden, um die Betriebsqualität zu erhöhen und zusätzliche Züge zu fahren.

Als erste Region Deutschlands wird Stuttgart mit ETCS und Digitalen Stellwerken (DSTW) ausgestattet. Die wesentlichen Elemente des Pilotprojekts „Digitaler Knoten Stuttgart" sollen zusammen mit dem Projekt „Stuttgart 21" bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden. Die vollständige Umsetzung soll nachgelagert bis zum Jahr 2030 erfolgen. Dabei wird das gesamte Stuttgarter S-Bahn-Netz einschließlich der Mischverkehrsstrecken bis mindestens zu den Linienendpunkten der S-Bahn mit ETCS, DSTW und hochautomatisiertem Fahrbetrieb ausgestattet sein.

Der Vertrag mit einem Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Euro umfasst die Nachrüstung der vorhandenen Fahrzeuge mit ETCS Level 2 und 3. Damit werden erstmals in Deutschland Züge mit einer Zugintegritätsüberwachung und ETCS Level 3 ausgerüstet. Darüber hinaus werden die Fahrzeuge auch in Teilschritten mit FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) ausgestattet.

Ein hochautomatisierter Fahrbetrieb (ATO GoA 2) wird nun weltweit erstmals flächendeckend auf der Grundlage von ETCS Level 2 bzw. 3 im „Digitalen Knoten Stuttgart“ eingesetzt. ATO GoA 2 ebnet im Zusammenspiel mit einem modernen Kapazitäts- und Verkehrsmanagementsystem (Capacity and Traffic Management System - CTMS) und FRMCS den Weg für vorausschauendes Fahren. Anhand der tatsächlichen Bewegung des vorausfahrenden Zuges wird der nachfolgende Zug mittels laufend aktualisierter Fahrvorgaben präzise und -  wenn nötig - möglichst dicht nachgeführt – wesentlicher straffer, dichter und energiesparender als dies im manuellen, nicht vorausschauenden Betrieb möglich wäre. Durch häufigere Verbindungen mit weniger Verspätungen wird ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

„Mit der heutigen Unterschrift wird ein weiterer wichtiger Projektfortschritt erreicht. Die fahrzeugseitigen Voraussetzungen zur Befahrung des „Digitalen Knoten Stuttgart“ werden geschaffen. Mit der Digitalisierung des Eisenbahnknotens werden auch die Kapazitäten im bestehenden Netz ausgeweitet. Und Züge können klimafreundlicher und energieeffizienter gefahren werden“, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, MdL.

Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) und der Konzern Alstom besiegelten mit der Vertragsunterzeichnung durch Minister Hermann und durch den Alstom-Präsidenten für die Region D-A-CH, Müslüm Yakisan, auch ihre Zusammenarbeit mit Blick auf die S21-Baustelle im Konferenzraum des „InfoTurmStuttgart (ITS)“.

„Der ‘Digitale Knoten Stuttgart‘ ist ein richtungsweisendes Projekt für die Digitalisie-rung des Schienenverkehrs in Deutschland. Wir freuen uns, neben der Ausrüstung der Stuttgarter S-Bahnen nun auch mit der Nachrüstung der Regionalzüge, die in und um Stuttgart verkehren, an diesem Projekt beteiligt zu sein und hierüber unsere Expertise im Bereich der Signal- und Sicherungstechnik einzubringen“, sagt Müslüm Yakisan.

Weitere Meldungen

Bauarbeiter legen mit ihrer Teermaschine einen neuen Straßenbelag.
B 462

B 462: Fahrbahnsanierung Forbach–Gernsbach-Hilpertsau abgeschlossen

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
MOVERS

Neues Radfahrabzeichen BW stärkt Fahrradkompetenz von Kindern

Überwachsene Bahnschienen führen in die Ferne.
Schiene

Reaktivierung von Schienenstrecken: Land schreitet fokussiert voran

Junge Menschen steigen aus einem Zug am Bahnsteig aus.
Mobilität

Städte und Gemeinden machen ihre Verkehrsangebote mit Mobilstationen sichtbarer

Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen halten ihre Urkunde hoch, mit Staatssekretär Rainmund Haser.
Fußverkehr

Fußverkehrs-Checks 2026: 15 Kommunen setzen sich für bessere Fußwege ein

Rückseite eines Fahrkartenautomates.
Schiene

Fahrkartenkauf aus einer Hand auch im Südwesten des Landes

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
Niedrigwasser

Baden-Württemberg verlängert Erleichterungen für Lkw-Transporte

Ein Straßenwärter mit orangenen Klamotten läuft auf einer Brücke.
Brücken

Taskforce treibt Ersatzneubau der Kochertalbrücke bei Unterkochen voran

Eine Frau schließt ihr Fahrrad ab an einem Radstellplatz.
Mobilität

Für mehr und bessere Rad-Stellplätze entlang der Filstalbahn

Staatssekretär eröffnet die Straße durch das Schneiden eines Bandes.
Straße

L 600a bei Heidelberg: Leistungsfähige Verbindung wieder frei

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers