Baustellen


Warum es Baustellen gibt und wie sie funktionieren?

Baden-Württemberg ist sowohl hoch entwickelter Industriestandort als auch Transitland im Herzen Europas. Entsprechend stark belastet ist das Straßennetz.

Im Jahr 2016 wurde durch die circa 150 Dauerzählstellen eine durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung auf Autobahnen von rund 64.000 Fahrzeugen/24h ermittelt. Auf Bundesstraßen waren rd. 15.000 Fahrzeuge/24h und auf Landesstraßen rd. 5.000 Fahrzeuge/24h unterwegs.

Der am höchsten belastete Abschnitt lag 2016 auf der A 8 zwischen dem Autobahndreieck Leonberg und dem Autobahnkreuz Stuttgart mit über 150.000 Fahrzeugen/24h. Darauf folgt die A 5 nördlich des Autobahndreiecks Karlsruhe mit rund 140.000 Fahrzeugen/24h. und die A 81 südlich des Autobahnkreuzes Stuttgart mit 128.000 Fahrzeugen/24h

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Das hohe Verkehrsaufkommen bringt es mit sich, dass an den Strecken viele Baustellen nötig sind, die im dichten Verkehr gleichzeitig leicht Behinderungen verursachen. Das Ministerium erklärt daher in Bild, Ton und Text Hintergrund, Sinn und Ablauf von Baustellen.

Warum gibt es so viele kaputte Straßen?

  • Straßen haben im Allgemeinen eine Lebensdauer von bis zu 35 Jahren.

    Während in den vergangenen Jahren die Verkehrsbelastung, aber auch die Achsbelastung der einzelnen Fahrzeuge ständig gestiegen ist, sind einige Straßen für die überproportionale Belastung nicht mehr ausgelegt. Neben der Belastung aus dem Verkehr kommen Belastungen aus Wetter und Klima hinzu.

    Obwohl es zu Schädigungen der Straßenoberfläche kommen kann, ist der Betreiber der Straße (Regierungspräsidien für Bundesautobahnen, Landkreise für Bundes- und Landstraßen) gesetzlich dazu verpflichtet, die Straßen stets verkehrssicher zu halten.

    Da die meisten Straßenschäden im Winterhalbjahr auftreten, kann mit den Reparaturarbeiten an der Straße erst begonnen werden, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Wie sieht das Erhaltungsmanagement der Straßenbauverwaltung aus?

  • Mit der sogenannten Zustandserfassung und -bewertung von Straßen (ZEB) führt die Straßenbauverwaltung regelmäßig alle 4 Jahre eine Bestandsaufnahme aller Straßen durch. Diese ist Grundlage für eine Rangfolge der anstehenden Erhaltungsmaßnahmen.

    Nähere Informationen zum Erhaltungsmanagement finden Sie unter Erhaltung von Bundes- und Landesstraßen.

Wer ist für Baustellen auf Autobahnen verantwortlich?

  • Bundesautobahnen und Bundesstraßen sind Bundesfernstraßen und sie befinden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Weil Deutschland noch nicht über eine eigene Bundesfernstraßenverwaltung verfügt, ist die Verwaltung der Bundesfernstraßen den Bundesländern übertragen. Ab dem 01. Januar 2021 geht die Verwaltung der Autobahnen an den Bund über. Die dafür eingerichtete „Infrastrukturgesellschaft“ wird dann Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und Finanzierung der Autobahnen in Deutschland übernehmen. Nähere Informationen zur Reform finden sie auf den Seiten des Bundesministeriums für digitale Infrastruktur unter www.bmvi.de.

    In Baden-Württemberg ist das Ministerium für Verkehr oberste Straßenbaubehörde. Geplant, gebaut und unterhalten werden die Bundesfernstraßen von den nachgeordneten Regierungspräsidien. Sie verfügen jeweils über eine Abteilung Straßenwesen und Verkehr. Die Bauleiter innerhalb dieser Abteilung sind für die Baustellen verantwortlich.

Wann werden Baustellen auf Autobahnen durchgeführt?

  • Hat die Fahrbahnoberfläche einen Schaden, der zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer führen kann, wird dieser Schaden sofort behoben. Auch unter Inkaufnahme von Staus werden Fahrbahnschäden in solchen Fällen sofort behoben.

    Umfangreichere Baumaßnahmen werden so geplant und vorbereitet, dass sie im Frühjahr eines Jahres starten können. Natürlich wird dabei eine schnellstmögliche Fertigstellung angestrebt, denn nur so können Kosten der Baustelle, Beeinträchtigungen für den Verkehr und letztlich Staus reduziert werden.

Warum sieht man auf den Baustellen keine Bauarbeiter?

  • Wenn in sekundenschneller Vorbeifahrt an einer Straßenbaustelle keine Bauarbeiter zu sehen sind, bedeutet das auf keinen Fall, dass keine Bauarbeiter vor Ort sind. Da die nachteiligen Auswirkungen einer Baustelle mit der Dauer der Baustelle in direktem Zusammenhang stehen, hat die schnelle Abwicklung der Baustelle oberste Priorität. Hierbei sind selbstverständlich die technischen Erfordernisse einzubinden. Daher sind an Werktagen immer Bauarbeiter vor Ort um den Baufortschritt zu gewährleisten.
    Dass man dennoch an der Baustelle keine Bauarbeiter sieht, kann folgende Gründe haben:

     

    • Die Bauarbeiter arbeiten bei einer Brückenbaustelle unter oder hinter dem Bauwerk.
    • Arbeiten, die von Spezialisten ausgeführt werden müssen, werden nur von wenigen Bauarbeitern durchgeführt.
    • Die Arbeiter befinden sich in einem Schutzzelt - zum Beispiel bei Instandsetzungsarbeiten auf Brücken.
    • Die Bauarbeiter sitzen auf Baumaschinen oder in Fahrzeugen.
    • Die Bauarbeiter gehen ihrer arbeitsrechtlichen Pause nach.
    • Wegen Aushärtezeiten einer Betonfahrbahn (bis zu 28 Tagen) oder Auskühlzeiten einer Asphaltfahrbahn (bis zu 36 Stunden) darf die Fahrbahnoberfläche nicht befahren werden.

Warum wird eine Verkehrsführung eingerichtet, bei der es Stau gibt?

  • Bei Baustellen geht es meistens eng zu. Zwei zentrale Forderungen müssen „unter einen Hut gebracht" werden: Das beauftragte Bauunternehmen muss zur Ausführung seiner Arbeiten ausreichenden Platz und Sicherheitsabstände zum fließenden Verkehr haben. Zum zweiten muss der Verkehr so flüssig wie möglich gehalten werden.

    Ziel ist die Aufrechterhaltung aller Fahrstreifen pro Fahrtrichtung für die Dauer der Bauarbeiten. Reicht die Breite einer Fahrbahn zur Unterbringung der originären Fahrstreifen und des Baufeldes nicht aus, wird vielfach durch einen provisorischen Fahrstreifen die fehlende Fahrbahnbreite ergänzt. Funktioniert dies aus räumlichen oder rechtlichen Gründen nicht, ist die Reduzierung auf eine geringere Anzahl an Fahrstreifen unumgänglich.

    Weniger Fahrstreifen und eine verringerte Geschwindigkeit im Baustellenbereich verlangsamen den Verkehrsfluss. Staus sind möglich.

    Viel wichtiger als ein ärgerlicher, zeitraubender Stau ist jedoch, dass es in Baustellen und an Stauenden vor Baustellen nicht zu schwerwiegenden Unfällen mit Verletzten oder gar Todesfällen kommt. Durch den verstärkten Einsatz von mobilen Stauwarnanlagen wird der Verkehr frühzeitig vor Stauerscheinungen gewarnt und kann seine Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss anpassen.

Woher bekomme ich Verkehrsinformationen?

  • Die Verkehrs-App „VerkehrsInfo BW“ hilft Ihnen bei der Reiseplanung mit dem Pkw. Sie liefert jederzeit aktuell umfassende Informationen zur Verkehrslage sowie zu bestehenden Baustellen in Echtzeit. Darüber hinaus können Sie sich über die 160 installierten Autobahn-Webcams mittels „live-Bild“ über die aktuelle Verkehrslage informieren. Zu beziehen ist die kostenlose App in Google Play und dem Apple App Store.


    Die App bietet Ihnen folgende Funktionen:

    • Kartendarstellung der aktuellen Verkehrslage
    • Kompakte Stauübersicht von wichtigen Streckenabschnitten
    • Bilder von über 160 Verkehrskameras
    • Aktuelle Verkehrsstörungen durch Baustellen und Staus
    • Aktuelle Routenempfehlungen wie an der Strecke angezeigt
    • Anzahl freier Lkw-Stellplätze
    • Parken und Mitfahren-Plätze
    • Aktuelle Wetterdaten, teilweise mit aktueller Windgeschwindigkeit
    • Alle Informationen können individuell konfiguriert werden

Warum berücksichtigt mein Navigationsgerät die Staumeldungen nicht?

  • Mit den Internetdiensten des BIS, VWD und SVZ bietet das Land Baden-Württemberg dem Verkehrsteilnehmer stets aktuelle Verkehrsinformationen auf Autobahnen, Bundes und Landesstraßen.

    Navigationsgeräte und Autoradios, die über Fähigkeit zum Empfang des Traffic Massage Chanel (TMC) verfügen, können die von den Rundfunksendern ausgestrahlten Informationen bei der Routenplanung verarbeiten. In Deutschland bieten die meisten öffentlichen und einige private Rundfunksender den Service TMC-Dienste kostenlos zu empfangen.

    Das Land Baden-Württemberg hat auf die Ausgestaltung der TMC-Fähigkeit von Rundfunksendern und Navigationsgeräten jedoch keinen Einfluss.


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